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Neureligionen und ihre Kulte
Douglas E. Cowan, David G. Bromley
Aus dem Englischen von Claus-Jürgen Thornton

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Erscheinungsdatum: 15.09.2010
322 Seiten, (Gebunden)

D: 26,90 €, A: 27,70 €
CH: 36,90 F
ISBN: 978-3-458-71031-8

Auf einen Blick

Zusammenfassung

Neue Religionen, häufig auch als Jugendsekten oder Psychogruppen stigmatisiert, genießen kein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit. Es assoziieren sich mit ihnen Vorstellungen wie Gehirnwäsche, finanzielle Bereicherung einer kleinen Funktionärselite oder in Einzelfällen sogar die Gefährdung der rechtsstaatlichen Ordnung. Eine solche Außensicht stellt den Anspruch der betroffenen Gruppierungen, religiöser Natur zu sein, grundsätzlich in Abrede.

Auch die Religionswissenschaftler Douglas E. Cowan und David G. Bromley nähern sich neuen Religionen aus einer Außenperspektive, ziehen jedoch das religiöse Selbstverständnis der Akteure nicht in Zweifel. In Neureligionen und ihre Kulte wird die Geschichte von acht neureligiösen Bewegungen erzählt, unter ihnen große Organisationen wie Scientology und Kleingruppen wie die UFO-Anhänger von „Heaven’s Gate“, an die man sich vielleicht wegen ihres aufsehenerregenden Suizids erinnert. Im Vordergrund steht zunächst der Versuch zu verstehen, wie solche Bewegungen entstanden sind und was ihre Attraktivität ausmacht: Wer sind die Gründer, und wodurch gelangten sie zu ihren Überzeugungen? Wie rekrutieren sie Anhänger? Was sind die Kernelemente ihrer Lehrsysteme und die grundlegenden Ritualpraktiken? Erst nachdem ihre sinnstiftende „Vision der unsichtbaren Ordnung“ (William James) verständlich geworden ist, werden die Organisationsform und die Sozialstruktur der jeweiligen Gruppierung dargelegt und analysiert.

Jede einzelne Darstellung ist ein in sich geschlossenes Porträt, das aber zugleich als Paradigma für generelle Kontroversen zwischen religiösen Minderheiten und der Mehrheitsgesellschaft dient: über die Frage der Gewalt und der Sexualität zum Beispiel und welche Rolle die Medien bei der Austragung von Konflikten spielen. Die zentrale Frage aber lautet: Wer hat die Deutungshoheit, was oder was nicht als Religion bezeichnet zu werden verdient?