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Kampf der Fundamentalismen - Radikales Christentum, radikaler Islam und Europas Moderne
Heinrich Wilhelm Schäfer

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Erscheinungsdatum: 17.09.2008
252 Seiten, (Gebunden)

D: 19,80 €, A: 20,40 €
CH: 28,50 F
ISBN: 978-3-458-71017-2

Auf einen Blick

Zusammenfassung

Fundamentalismus ist heute eines der meistdiskutierten Themen: Ist Fundamentalismus Teil eines globalen „Zusammenpralls der Kulturen“ (Samuel Huntington), eines Kampfes zwischen „McWorld und Jihad“ (Benjamin Barber)?

Heinrich Wilhelm Schäfer versteht Fundamentalismen als spezifische Strategien unterschiedlicher Modernen. Fundamentalismen wandeln Interessenkonflikte in Identitätskonflikte um. Ziel ist zumeist die Verbesserung der Lage gesellschaftlicher Zwischenschichten. Das Gemeinsame der Fundamentalismen ist daher nicht religiös-inhaltlich, wie häufig gesagt wird, sondern in erster Linie abhängig von der Lage und den Interessen, aus denen heraus die verschiedenen Gruppen agieren.

Im islamischen Fundamentalismus drückt sich die Reaktion von Zwischenschichten auf autoritäre, von außen oktroyierte Modernisierung sowie auf mangelnde eigene Aufstiegschancen aus. Daher gilt der islamische Fundamentalismus in den Ursprungsländern als soziale Protestbewegung gegen lokale Regime und die Dominanz des Westens; in der Diaspora als Versuch der Wiedergewinnung von Identität unter Bedingungen der Migration.

In der US-amerikanischen Moderne dagegen ist Fundamentalismus innenpolitisch eine Reaktion auf die vermeintliche „Verunreinigung“ des Ursprungsmythos, außenpolitisch auf vermutete Gefährdungen des Bestandes und der Entfaltung des politischen Systems der USA. Fundamentalismus artikuliert sich hier biblizistisch und apokalyptisch und als Legitimation einer hegemonialen Außenpolitik.

Europa könnte ein Gegengewicht darstellen: Die starke Tradition reflexiver Moderne könnte den verschiedensten Formen des Fundamentalismus entgegenwirken.